Mittwoch, 5. Oktober 2011

Bus

Ich sitze im Bus, ganz hinten. Die Aussenwelt färbt sich während der Fahrt dunkler, der Nebel ist klar zu erkennen, ein leichter Niselregen prasselt gegen die Fenster. Unter mir vibriert der Motor, wenn der Bus hält, vibriert er so stark das mein Knie, welches ich an einen sitz lehne kurzzeitg taub erscheint. Vor mir sitzen Zwei Mädchen. Sie tragen fürchterliche Kleidungsstücke, eine von ihnen riecht penetrant nach billigem Duftwasser. sie unterhalten sich, ich höhre unweigerlich zu, ich versuche wegzuhören, aber die sinnlosen phrasen erreichen meinen Kopf am ende doch, sie unterhalten sich über einen jungen, einen jungen der scheinbar nicht schreiben kann, denn den SMS die er angeblich geschrieben hat fehlt es an worten und teilweise auch an Buchstaben...so scheint es zumindest. Das handy klingelt, es gehört der einen. Die, die so bestialisch nach billig Parfüm stinkt. Bei dem Lauten klingeln des Handys verzieht sich ihr gesicht mit dem hässlichen Nasenpiercing zu einer grausamen Fratze dümmlicher freude, eine affige Tanzbewegung zu dem coolen Klingelton unterstreicht meine vorangegangene Meinung, sie ist eindeutig von unterbelichtetem Wesen. Der Bus hält, mein Knie wird kurz taub, es lenkt mich von dem Gespräch dieser zwei Unmenschen ab, ich schaue aus dem fenster und werde von der Leuchttafel einer Sparkasse förmlich geblendet. Mir fällt die veränderung der Luft auf, ein beissender geruch von kaltem Zigarettenqualm vermischt mit altem Dreck, der durch frischen aber längst erkaltetem Schweiss aufgewicht wurde. Der neue Passagier riecht nicht nur fürchterlich er sieht auch genau so aus. Mein blick wendet sich ab. Das künstliche Licht der deckenlampen benetzt den Passagierraum seicht mit hässlich weissem glanz, ich wende meinen Blick ab, versuche die Umarmung der realität hier und jetzt abzuschütteln, es klappt...zumindest stellenweise, ich blende meinen Geruchssinn aus, und die Fetzen des gespräches nehme ich kaum noch war, mein Knie wird wieder Taub....Endstation, ich schliesse den Reisverschluss meiner jacke bis zum Kinn, nehme meinen Rucksack und verlasse den Bus, ein paar tropfen regen und die durchgewaschene Luft wischen den schleier der Übelrichenden Bus-Luft von mir, ich frage mich " was tust du hier eigentlich"...komme zu dem entschluss das Ich das tue was es zu tun gilt, die Realität ausblenden, wenn sie zu schmutzig wird.

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